Windkraft keine Gefahr für Rotmilan? Von wegen!

Nach Tipp von BVB/FREIE WÄHLER erfährt PNN: Gefahr für Artenschutz verharmlosende Studie wurde von Energiekonzernen finanziert!

Rotmilane sind häufige Opfer von Windkraftanlagen

Vom Rotor getötet: Rotmilan unter einer Windkraftanlage – Foto: Christian Gelpke

Dr. Oliver Kohle von KohleNusbaumer aus der Schweiz hat eine interessante These: Rotmilane fliegen praktisch nie in die Rotoren der Windkraftanlagen. Denn die Tiere weichen alle von allein aus. Das sei evolutionäre Anpassung. Von der Windkraft gehe also keine Gefahr für den Artenschutz aus, auch nicht bei großen Greifvögeln. Bei den wenigen tot unter Windkraftanlagen gefundenen Tieren sei nicht einmal sicher, ob sie wirklich durch die Rotoren starben.  

Seit Monaten tourt er mit diesen Thesen durch Deutschland und präsentiert die Ergebnisse seiner Studie „Windenergie und Rotmilan: Ein Scheinproblem“ als angeblich unabhängiger Vogelexperte. In Hessen und in Nordrhein-Westfalen sowie auch in Brandenburg wollte er mit seiner Studie überzeugen. Stets liegt er mit seinen Daten im Widerspruch zu den alarmierenden Ergebnissen der Vogelwarten und Umweltbehörden. Die gehen beispielsweise davon aus, dass allein in Brandenburg jährlich über 300 Rotmilane an den Rotoren sterben

Einige Dinge machten uns stutzig. Wie kommt Dr. Kohle auf die Zahlen? Woher kommt das Geld, um kreuz und quer durch Deutschland zu reisen? Was ist „KohleNusbaumer“ eigentlich? Doch die Seite des angeblichen „Umweltbüros“ funktioniert nicht. Es gibt außer Bildern von Windkraftanlagen keinen Hinweis auf Struktur, Aufgaben, Hintergründe, Mitarbeiter oder Finanzierung. So begannen wir mit tiefgreifenderen Recherchen und fanden schnell Beweise, dass die Vogelexperten alles andere als unabhängig sind.

Denn beim „Umweltbüro“ KohleNusbaumer handelt es sich nicht um einen Umweltverein, sondern eine Aktiengesellschaft mit dem Schwerpunkt Projektierung von Windenergieanlagen. 35 % der Aktien befinden sich im Besitz der Alpiq Holding, einem Schweizer Energiekonzern, der sein Geld unter anderem mit den Windkraft-Subventionen in der Schweiz verdient.

Wenn Herr Dr. Kohle nicht gerade durch Deutschland tourt, beschäftigt er sich mit Windanlagen-Projektierung, mit Windpotenzialstudien oder er weiht in der Schweiz die Windturbinen ein, deren Aufstellung er geplant hat. Und wenn eine Fläche wegen Gefährdung des Rotmilans für die Windkraft gesperrt wird, gibt es auch keinen Bedarf für eine Windpotenzialstudie oder die Projektierung eines Windparks. Das wäre natürlich schlecht fürs Geschäft. Von einer unvoreingenommenen, objektiven Studie kann man daher nicht ausgehen.

Diese Information gaben wir am 28.01.2016 per Twitter an die Redaktion der Potsdamer Neuesten Nachrichten weiter. Dort hakte man nach. KohleNusbaumer gab daraufhin zu, dass die Studie „im Nachhinein“ von Schweizer Energiekonzernen finanziert wurde, aber vorher war die Studie natürlich aus eigenem Antrieb erstellt worden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Wir sehen dies als erneuten Versuch der Windkraft-Industrie, durch Studien angeblich unabhängiger Organisationen Desinformation zu verbreiten. Bereits vor einigen Wochen hatte die Agora-Studie versucht, eine gewaltige Überkapazität an Windkraft als sinnvolles Energiekonzept zu verkaufen

 

Windparks in Potsdam-Mittelmark: Brandenburgs Wappentier in Gefahr – PNN 28.01.2016

Wenn Sie verhindern wollen, dass in Brandenburg Wälder der Windkraft geopfert werden:
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